Blackphone – Ein Weg zu mehr Privatsphäre?

Ich habe mir vorgenommen, möglichst wenig über neue Gadgets, Phones, Tablets usw. zu schreiben. Gestern wurde ich jedoch auf ein neues, ein besonderes Smartphone aufmerksam, welches gerade in Bezug auf die NSA-Affäre sehr interessant werden könnte.

Von daher: Vorsatz über Bord! Hier ist eine Meinung zum Blackphone:

 

Blackphone – Was ist das?

Darum geht’s: Ein High-End-Smartphone läuft mit einer abgewandelten Version von Googles Android-System und will dabei dennoch für mehr Sicherheit und Datenschutz sorgen. Der Hersteller sagt:

Die auf Blackphone installierten Tools bieten Ihnen alles, was Sie brauchen, um die Kontrolle über Ihre mobile Präsenz und Ihren digitalen Fußabdruck zu behalten und sicherzustellen, dass niemand ohne Ihr Wissen Zugriff auf Ihre Daten hat. Mit Blackphone gehen Sie auf Nummer sicher: beim Abgang und Eingang von Telefongesprächen, SMS, Übertragen und Speichern von Dateien und bei Videochats. Zudem können Sie privat im Internet surfen und Ihre Aktivität über ein VPN anonymisieren. (Blackphone.ch)

Und weil es recht gut gemacht ist, direkt das Video hinterher:

 

Was ist nun das Besondere?

Einfache Antwort: Die Verschlüsselung der ein- und ausgehenden Daten und damit der Versuch, uns Nutzern die Möglichkeit zu geben, selbst entscheiden zu können, welche Daten wir wem, wann und wie freigeben. Das gibt es bisher in keinem Smartphone für uns Otto Normalverbraucher. Hochrangige Politiker kennen gesondert geschützte Handys – auch wenn die Verschlüsselung scheinbar nicht zu 100 Prozent funktioniert(e).

Das Blackphone wäre daher eine willkommene Ergänzung und, sollten sie Versprechen eingehalten werden, definitiv eine Möglichkeit für uns, wieder die Oberhand im Kampf um Privatsphäre und Datenschutz zu erlangen. Ob es tatsächlich funktioniert, wird sich zeigen müssen. Ein wenige Skepsis bleibt.

Mal ehrlich – Ausgerechnet Android als Plattform?

Wir kennen Googles Geschäftsprinzip: Dienste kostenlos anbieten und im Gegenzug Informationen über uns, unser Verhalten, Wünsche und Neigungen sammeln und an werbetreibende Kunden weiterreichen. Das Betriebssystem Android ist, so hilfreich, schön und nützlich ich es auch selber finde, im Grunde der ständige Draht zu unseren (mobilen) Daten. Und jetzt soll dieses Smartphone, welches mir die Kontrolle über meine Daten wiedergeben soll, ausgerechnet mit einer Androidversion laufen? Das klingt erst einmal nicht besonders glaubwürdig.

Aber Android ist offen und kann im Grunde frei verwendet werden. So nutzen bspw. auch die erfolgreichen Amazon-Tablets als Basis eine Form von Android. Das System wird dann jedoch so sehr abgeändert, dass vom Ursprung nichts mehr erkennbar ist, auch Googles Appstore „Google Play“ ist dann nicht mehr installiert. Grundsätzlich wäre es also denkbar, dass sich die Software im Blackphone nur an Android als Basis hält, jedoch jeglichen Kontakt zu Google unterbindet.

 

Ab 24. Februar wissen wir mehr.

Pünktlich zum diesjährigen Mobile Word Congress (MWC) am 24. Februar werden wir sehen, wie die Umsetzung der Privatsphäre im Blackphone aussieht und ob wir trotz der neuen Datenkontrolle, die wir erhalten sollen, auch tatsächlich nichts an Funktionen einbüßen müssen.

 

 

Ich bin sehr gespannt auf das Gerät und freue mich, dass es ein Unternehmen gibt, welches Bedenken rund um die Abhöraffäre ernst nimmt (Stand heute). Nun muss es gelingen, tatsächlich für Kontrolle zu sorgen, die User Experience angenehm zu gestalten und Käufer zu animieren. Bisher bin ich angetan, vom
Blackphone – weltweit das erste Smartphone, für das Datenschutz und Kontrolle wichtiger als alles andere ist. Wichtiger als die Anbieter. Wichtiger als Werbung.

 

 

Was sagt ihr? Könntet ihr euch vorstellen, ein solches Gerät zu kaufen und wie seht ihr die Verbindung zu Googles Android?

 

 

Mit Inhalten von: Blackphone

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3 Gedanken zu “Blackphone – Ein Weg zu mehr Privatsphäre?

  1. Schön zu sehen, dass in der Richtung auch mal kundenfreundliches geschieht. Höre dabei aber eher das Fairphone Prinzip raus. Natürlich ist der Wille lobenswert, aber so lange Verschlüsselung nur von einer Seite stattfindet und nicht auch von der anderen und die NSA alles knackt, was ihr in den Weg kommt bleibt es halt auch nur bei dem Willen

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    1. Da hast du völlig Recht. Es ksnn ein Anfang sein. Die Hoffnung bleibt, dass genügend Käufer zu diesem Gerät greifen (dafür darf der Preis nicht völlig utopisch sein). Vielleicht öffnet das dann auch anderen Unternehmen die Augen und unser Netz wird insgesamt sicherer. Noch nicht richtig greifbar, aber vielleicht kommt Bewegung in die Sache. Sehe es momentan jedoch ähnlich skeptisch.

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