Ein Geburtstagstext

Genau heute in zwei Wochen, am 4. Februar 2014, wird Facebook 10 Jahre alt. Doch es hängen dunkle Wolken über dem großen und nach wie vor beliebten sozialen Netzwerk. Die jungen Nutzer laufen davon, Datenschützer sind ob der Sammelwut des Netzwerkes beunruhigt und Werbung wird immer wichtigerer, immer störender. Aber unsere Welt hat sich durch den blauen Riesen ein wenig verändert und daher: Happy Birthday Facebook.

Facebook taumelt. Langsam.

Was als Bewertungsplattform für das Aussehen von Frauen begann, wuchs innerhalb weniger Jahre zu einer der größten und wichtigsten Websites der Welt. Nach unzähligen „Du bist nicht auf Facebook?„-Sprüchen war am Ende jeder, wirklich jeder aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis auf Facebook und postete was das Zeug hielt oder änderte seinen Beziehungsstatus auf „Es ist schwierig“. Die Nutzerzahlen sind beeindruckend: Laut der letzten offiziellen Meldung nutzen rund 26 Millionen Menschen in Deutschland Facebook.

Nutzerstatistik Deutschland

Aber seit einiger Zeit ist ein Trend zu beobachten: Die Nutzer werden älter und bei uns jungen Menschen ist Facebook nicht mehr so hipp und cool wie beispielsweise noch vor zwei Jahren. Wer will schon mit seinem Onkel oder seiner Oma auf Facebook befreundet sein? Die könnten dann ja wissen, was ich gerade so treibe. Grausam. </ironie>

Und viele Nutzer sind inzwischen tatsächlich genervt vom blauen Riesen. Von dessen Werbewahn und der Datenklauberei. Wir erinnern uns zudem an das Desaster um die Mitbestimmung der Nutzer, woraufhin diese ganz gestrichen wurde. Facebook taumelt.

Und dennoch: Facebook war und ist wichtig.

Facebook war nach MySpace das erste populäre soziale Netzwerk und hat Menschen die Möglichkeit gegeben, sich einfach und schnell zu verbinden. Innerhalb weniger Jahre entstanden Copycats und verschwanden wieder. Globales Interagieren, Teilen und Liken wurde Alltag und ein großer Vorteil wurde deutlich: Geschwindigkeit. Nachrichten konnten schneller verbreitet, neueste Informationen zur Abendgestaltung in Windeseile besprochen und „Freundschaften“ ohne direkten Kontakt geknüpft werden.

Ich behaupte: Seit es Facebook und andere Soziale Medien gibt, leben wir anders. Nicht besser, nicht schlechter, anders. Wir prüfen (meist noch bevor der erste Kaffee ausgetrunken ist und meist auch mehrfach am Tag) was unsere Freunde gerade erleben, nehmen aktiver am Weltgeschehen teil, liken und kommentieren uns die Daumen wund und sind immer up to date.

Doch alles hat auch Nachteile: Neben Cyber-Mobbing und dauernder Ablenkung ist v. a. die Sicherheit persönlicher Daten, zum Teil höchst privat, ein Grund über die Nutzung des Netzwerkes nachzudenken. Wir werden gläsern. Privatsphäre kennen viele Nutzer gar nicht mehr. Sie posten jeden Ort an dem sie sich befinden, jede Mahlzeit die sie zu sich nehmen, jede Krankheit die sie versuchen zu bekämpfen und jede Katze die sie süß finden. Und Facebook entwickelt weiterhin Tools, die jeden User noch transparenter wirken lassen. Stichwort Social Graph – Eine Funktion, die es Nutzern erlaubt, andere Nutzer anhand bestimmter Eigenschaften, Vorlieben oder Gewohnheiten zu suchen.

Für Facebook ist unsere Offenheit ein großes Glück. Das soziale Netzwerk verdient sich mit gezielter, personalisierter Werbung ein goldenes Näschen und wir sind dabei die Ware.

Facebook bietet tolle Möglichkeiten, sich miteinander zu vernetzen, (einen Teil der) Freundschaften zu pflegen und neues zu entdecken. Das leichte Kommunizieren und Organisieren in Echtzeit ist ein Fortschritt, der mit großer Sicherheit auch auf die Entwicklung dieses Netzwerkes zurückzuführen ist. Und: Einige andere Innovationen wären ohne Facebook vermutlich erst sehr viel später oder niemals erschienen.
Dennoch dürfen wir User nicht naiv alle Funktionen und Änderungen des Netzwerkes nutzen und bestätigen. Facebook ist und bleibt eine große Datensammlung, davon lebt es. Die NSA-Affäre hat uns gezeigt, dass neben Unternehmen auch andere Organisationen an unseren Daten interessiert sind und wir unsere Privatsphäre schützen müssen.
Auch wenn ich momentan eher skeptisch eingestellt bin und privat Kosten und Nutzen gegenüberstelle, ist das Netzwerk eine Erfolgsgeschichte, die unser Leben ein Stück weit verändert hat. Von daher: Happy Birthday Facebook.

 

Eine tolle Infografik zum 10. Geburtstag findet ihr hier: http://www.futurebiz.de/artikel/10-jahre-facebook/

Was sagt ihr? Nutzt ihr Facebook (noch) und hat es euer / unser Leben ein wenig verändert?

 

 

Mit Inhalten von: Allfacebook.deFuturebiz, News.deStatista, T-Online.deWikipedia,

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