Das Blackphone ist da. Oder auch nicht.

Vor einigen Wochen erfreute mich die Nachricht über ein Smartphone auf Android-Basis, welches besonderes Augenmerk auf Sicherheit und Privatsphäre legt. Gestern auf dem Mobile World Congress in Barcelona war es dann soweit.

 

Nichts genaues weiß man nicht.

Etwas ernüchternd sind die Informationen derzeit. Genaue Angaben zu Prozessor und Display fehlen, ebenso Angaben zum Design des Systems und der genauen Funktionsweise. Ein paar weitere Details wurden jedoch veröffentlicht: So sind Sicherheitsprogramme im Wert von über 1500$ vorinstalliert. Darunter auch ein sehr cleverer Schachzug: Jeder Besitzer eines Smartphones kann drei Freunde / Familienangehörige für ein Jahr einladen, gesichert im „Silent Circle“ zu kommunizieren.  Und auch so sind einige sinnvolle Lösungen an Bord: „Käufer des Blackphone können nämlich zwei Jahre lang den anonymen WLAN-Dienst Disconnect mit bis zu 1 GByte monatlich nutzen. Auch 5 GByte Onlinespeicher bei SpiderOak sind enthalten, ebenso wie zwei Jahre Einsatz der Anwendungssuite von Silent Circle“ (Quelle: ZDnet). Doch wie genau das nun funktioniert und wie sicher sich der Nutzer tatsächlich fühlen kann, das wird wohl erst der Einsatz zeigen. Und das Gerät kommt später als gedacht.

 

Gut Ding will Weile haben.

Ab sofort kann vorbestellt werden, geliefert wird dann voraussichtlich ab Juni. Und auch  bei verschiedenen Providern soll das Gerät ab dann verfügbar sein. Ich hoffe sehr, dass das Unternehmen bis dahin die Werbetrommel kräftig rührt und die wirklich sinnvollen Software-Erweiterungen schmackhaft präsentiert. Denn über den Preis werden die Massen wohl nicht erreicht.

 

Diese Sicherheit wird teuer.

Das Blackphone kann für 629$ (exkl. Steuern) vorbestellt werden. Das wären knapp 460€. Ich vermute jedoch, dass es eher zu einer Art 1:1-Umrechnung kommen wird, das gesicherte Smartphone also ca. 599€ zzgl. Steuern kosten wird. Das ist ein stolzer Preis, geht es nach dem Unternehmen, ist dieser jedoch auch mehr als gerechtfertigt. Es wird vorgerechnet:

Quelle: https://www.blackphone.ch/phone/#app-features
Quelle: https://www.blackphone.ch/phone/#app-features

 

Und hier liegt vermutlich das größte Problem: Der NSA-Skandal hat uns alle erschüttert, aber nicht genug. Ich vermute, dass der Großteil der Smartphone-User wohl nicht bereit wäre, ca. 700€ für ein Gerät auszugeben, welches dann nicht den gleichen Komfort bietet wie die heißgeliebten Samsung-Geräte. Sicherheit wird immer als wichtiger Punkt genannt. Wenn dadurch jedoch hohe Kosten entstehen und / oder die Behaglichkeit gefährdet wird, verliert das Thema jedoch an Relevanz.

 

Nun heißt es: Abwarten.

Die ersten Geräte werden also in ca. 4 Monaten ausgeliefert und dann sicher auf Herz und Nieren geprüft. Ich finde das Konzept nach wie vor interessant. Ob es sich durchsetzen kann, wird sich jedoch zeigen müssen. Nur wenn viele Menschen die Software-Features nutzen, sind diese auch für den einzelnen wirklich sinnvoll. Ich denke jedoch, dass unser Aufschrei gegen uns ausspionierende Unternehmen und Staaten nicht nachhaltig genug ist und das Blackphone kein Erfolg wird. Ein Zeichen ist es aber allemal.

 

 

Was sagt ihr? Wäre das Blackphone eine Alternative zu Apple, HTC und Co.?

 

Mit Inhalten von: ZDnet.de und Blackphone.ch

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