Dureks zu Besuch… in der Deutschen Nationalbibliothek

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig

Oh yes… Ich schreibe gerade an meiner Masterarbeit zur Rolle sozialer Medien in der Hotel-Distribution. Und wo könnte man besser schreiben als in einer Bibliothek. So besuche ich nun schon seit einigen Wochen regelmäßig die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig, weil dort nun einmal jedes Buch zu finden ist. Ist die Bibliothek auch sonst für Studenten, Wissbegierige und alle Leseratten zu empfehlen? Lest selbst:

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig - Panorama
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig – Panorama

Die Deutsche Nationalbibliothek ist…

… der Ort in Deutschland, an dem alle (!) deutschen und deutschsprachigen Bücher und Schriften seit 1913 (!!) zu finden sind.

„Die Deutsche Nationalbibliothek hat die Aufgabe, lückenlos alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen ab 1913, im Ausland erscheinende Germanica und Übersetzungen deutschsprachiger Werke sowie die zwischen 1933 und 1945 erschienenen Werke deutschsprachiger Emigranten zu sammeln, dauerhaft zu archivieren, bibliografisch zu verzeichnen sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.“ Quelle

1912 wurde sie in Leipzig gegründet, 1946 kam ein Standort in Frankfurt hinzu. An diesen beiden Standorten sind inzwischen 29,7 Millionen Publikationen zu finden (Stand Anfang 2015).

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig - Russische Gedächtniskirche
Russische Gedächtniskirche Leipzig

Das Leipziger Gebäude am Deutschen Platz 1 liegt im schönen Stadtteil Zentrum-Südost, in unmittelbarer Nähe zum Friedenspark und der Russischen Gedächtniskirche. Das alte Messegelände, Völkerschlachtdenkmal und auch die Leipziger Innenstadt sind zu Fuß gut zu erreichen. Straßenbahnhaltestelle, Parkplätze, Supermarkt – alles in der Nähe. Einem längeren Aufenthalt steht somit nichts im Wege 😉

Die Anmeldung ist…

online! Also nicht ausschließlich, man kann auch klassisch hingehen und einen Nutzerausweis erstellen lassen. Die Online-Voranmeldung ist jedoch sinnvoll, da die Bereitstellung der gewünschten Bücher einige Zeit (bis zu 3 Stunden bzw. auch mal über Nacht) in Anspruch nehmen kann. Mein Tipp also: Einfach ein zwei Tage vorher auf der Webseite anmelden und Bücher bestellen. Einzelne Publikationen stehen jedoch auch ohne Bereitstellungsdauer in den Lesesälen bereit. Bei der Anmeldung fällt direkt der nächste wichtige Punkt ins Auge: Die Nationalbibliothek ist eine reine Präsenzbibo. Das heißt, dass die Publikationen ausschließlich in den Lesesälen genutzt werden können. Im Grunde logisch, aber dennoch gut zu wissen. Und: Die Nutzung ist nicht kostenfrei. Eine Tageskarte kostet stolze 6€, wenn absehbar ist, dass man wiederholt in die Bibliothek geht, kann jedoch auch die Monats- oder Jahreskarte zum Preis von 18 bzw. 42€ gewählt werden. Vor Ort müssen nach erfolgter Online-Voranmeldung nur noch der Nutzerausweis an der Information abgeholt, am Automaten das gewünschte Ticket und am Schalter die bestellten Bücher sowie allerhand allgemeine Nutzerinformationen abgeholt werden. Hier eine Unterschrift, da eine Einverständniserklärung, dort ein Hinweis. Dauert alles ein wenig, aber die Mitarbeiter sind sehr freundlich und die teils wertvollen Publikationen müssen eben auch geschützt werden. Die normale Ausleihdauer beträgt, wenn ich es richtig im Sinn habe, 14 Tage, kann jedoch verlängert werden.

Das Ambiente ist…

… sehr unterschiedlich. Das Hauptgebäude ist eher klassisch. Ich habe dort den Lesesaal der Geisteswissenschaften genutzt. Der Stil ist klar: Holz wohin man schaut. Regale, Böden, Sitzmöbel. Die Tische bieten ausreichend Platz für Laptop, Bücher, Notizblöcke und der Sitznachbar wird auch nicht gestört. Seit kurzem nutze ich nun den Museumslesesaal im vierten und damit neuesten Erweiterungsbau der Bibliothek. Und hier ein ganz anderes Bild: Moderne Tische mit Lederunterlagen, sehr bequeme Stühle, die man auch in einer hippen Lounge finden könnte, Teppichboden, Glaswand, sehr viel Licht und nur 26 Arbeitsplätze. Gefällt mir! Einen Nachteil hat dieser Saal jedoch: Die Öffnungszeiten der anderen Säle ist Montag bis Freitag 9 bis 22 Uhr, am Samstag 10 bis 18 Uhr. Der Museumslesesaal hat generell nur 10 bis 18 Uhr geöffnet und dort hinterlegte Bücher können nur in diesem Zeitraum genutzt werden. Strom und Licht gibt es natürlich an jedem Arbeitsplatz. Und der Geräuschpegel ist in den von mir besuchten Lesesälen top! Natürlich gibt es die unvermeidlichen Huster, Räusperer, Laptoplüfter und Flüsterer, aber konzentriertes Arbeiten ist in den Räumen definitiv möglich!

Der Service ist…

… toll. Wie eingangs erwähnt, sind die Mitarbeiter freundlich und hilfsbereit. Meine bestellten Bücher waren bisher immer pünktlich abholbereit. Die zugehörige Regelung ist denkbar einfach: Werden die Bücher bis 14 Uhr bestellt, liegen sie binnen 3 Stunden zur Abholung bereit. Bei einer Bestellung nach 14 Uhr können Sie am darauffolgenden Morgen abgeholt werden. Die Garderobe ist kostenlos und für Wertsachen stehen Spinde zur Verfügung. Das beste (für Prokrastinationsopfer wie mich eher negativ ;)) ist jedoch der kostenfreie High-Speed-Internetzugang für mehrere Geräte! Der Login läuft über die Nutzerdaten und funktionierte bisher einwandfrei. Toller Service!

Deutsche Nationalbibliothek Leipzig - Cafeteria
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig

Und für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es (neben zwei Supermärkten in der Umgebung) eine eigene Cafeteria im Keller. Das Angebot ist völlig ausreichend und die Preise äußerst fair. Eine Tasse warme Suppe gibt es schon ab 80 Cent, ein Kaffee kostet auch nicht viel mehr. Belegte Brötchen, volle Mahlzeiten, Obst, Süßigkeiten – verhungern muss hier niemand. Und auch in der Cafeteria sind die Mitarbeiter sehr zuvorkommend.

Das Fazit ist…

… positiv. Die Anmeldung klappt reibungslos, jedes erdenkliche deutschsprachige Buch ist verfügbar, die Preise sind fair, das Personal freundlich, das Internet schnell und ein ruhiges Arbeiten ist möglich. Die Bibliothek hat also alles, was das Herz eines Studierenden, Wissbegierigen oder Lesewütigen höher schlagen lässt. Eine klare Empfehlung für alle, die in Ruhe lernen, schreiben und lesen wollen.


Informationen zum besuchten Ort findet ihr auf: dnb.de

Ich freue mich über eure Kommentare, Bewertungen und Weiterempfehlungen.


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