Nicht mein Land?!

In Rage.

Von brennenden Asylunterkünften und Zuwanderungsgegnern.

In den letzten Wochen frage ich mich immer wieder ob ich in diesem Deutschland, ein Land in dem ich mich eigentlich sehr wohl gefühlt habe (immerhin 28 Jahre) wirklich weiter leben möchte. Was für den einen oder anderen – auch langjährigen Freund und Begleiter – eigenartig klingen mag, ist für mich schlicht Fakt: Ich habe es satt.

Ich habe es satt, dass so viele Tausend Menschen in Deutschland den einfachsten und zugleich behämmertsten populistischen Äußerungen folgen und mit eiserner Stimme, hasserfülltem Blick und Drohgebärden nach „mehr Gerechtigkeit für uns Deutsche“ schreien.

Ich habe Angst um unsere soziale Gesellschaft.

AfD und Pegida sind dabei nur der Gipfel der Dummheiten, denen viele hinterherlaufen. Von der Lügenpresse, Chemtrails, NWO und der BRD GmbH fange ich hier lieber nicht an.

Wir leben inzwischen in einem Land, in dem (zukünftige) Asylunterkünfte in Brand gesteckt werden und die Öffentlichkeit und leider auch ein Teil der Medienlandschaft im gleichen Atemzug von „Asylgegnern“ oder „Asylkritikern“ spricht.

Diese Worte in Verbindung mit diesen Bildern? Schämt euch!

Mir kommt die Galle hoch wenn ich daran denke, dass wir als zivilisierte, gebildete Gesellschaft, wir als Menschen, es akzeptieren, ja sogar mit verharmlosenden Ausdrücken legitimieren, dass das Leben von Menschen die mehr Scheiße durchmachen mussten als wir Verwöhnten uns überhaupt auch nur ausmalen können, gefährdet wird.

Liebe Demonstrationsteilnehmer (nein ich nenne euch nicht besorgte Bürger) in Freital, Tröglitz, Dresden, Leipzig, liebe ausländerfeindliche „Ich hab ja nix gegen Asylanten, aber..“ Menschen, liebe Nazis: Schonmal von Empathie gehört? Stellt euch vor, wie es für euch wäre. Stellt euch vor, ihr wärt in eurem Land nicht mehr sicher, müsstet Moment für Moment um euer Leben und das Wohl eurer Familie fürchten, nur weil es irgendwelche Fanatiker geil finden. Stellt euch vor, ihr müsstet von jetzt auf gleich eure Heimat verlassen und würdet alles auf dieses eine Blatt, diese eine zivilisierte Gesellschaft ohne Krieg setzen. Und stellt euch nun vor ihr würdet nur mit Hass, Wut und Ablehnung empfangen werden. Stellt euch vor es würde über euch und eure Kinder geschrieben werden, dass letztlich nur das Todprügeln die einzig sinnvolle Lösung wäre und hoffentlich noch bestimmte Duschen funktionieren. Stellt euch vor eure Töchter und Söhne würden schon im Kleinkindalter andauernden Anfeindungen und Morddrohungen ausgesetzt werden und damit aufwachsen.

Wie
Würdet
Ihr
Reagieren?

Hättet ihr Bock weiterzumachen? Euch Mühe zu geben?

Die Videos und Augenzeugenberichte, die in den letzten Wochen und Monate aus so vielen Gegenden auf uns einströmten, Videos in denen gewaltbereite rechte Gruppen bejubelt, der Hitlergruß gezeigt und zu Gewalt an „Andersdenkenden“ und Ausländern aufgerufen wird –

SIE KOTZEN MICH AN.
ICH SCHÄME MICH.

Das hat nichts mit Systemkritik, mit Angst oder Sorgen zu tun. Das ist Rassismus in seiner reinsten Form.

Das ist kein Land in dem ich leben möchte.
Das ist kein Land in dem ich meinen Nachwuchs aufwachsen sehen möchte.

Wir hatten diesen unerklärlichen Hass auf „Andere“ schon einmal. Erinnert euch und verdammt: Lernt aus der Geschichte.

Nur weil wir das Glück hatten in Deutschland, einem reichen und (eigentlich) zivilisierten Land geboren worden zu sein, sind wir keine besseren Menschen, die es mehr verdient hätten ein erfülltes Leben ohne Angst zu leben als „Andere“.

Diese Arroganz ist widerlich.

Wer Rattenfängern wie AfD und Pegida hinterher rennt, die mit klar rechten Programmpunkten und populistischer Rhetorik versuchen besonders clever zu wirken, zeigt vor allem: Er ist weder besonders schlau noch

Mensch.

Mensch sein heißt auch: Für andere einstehen.

Und für alle, die die ganzen Argumente gegen Flüchtlinge gut finden: Lest bitte diesen Artikel!

Wer hat euch eigentlich diesen Rassismus beigebracht?

Und jetzt bitte anschauen:


Wo Schatten ist, ist auch Licht. Lest hier Teil 2: „Doch mein Land?!

 

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2 Gedanken zu “Nicht mein Land?!

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