Dureks zu Besuch… im Leipziger Stadtbad (#LostPlace)

30. Diese „magische“ Altersgrenze habe ich im Sommer überschritten. Damit ich nicht ganz so deprimiert bin (Ironie aus) hat mir meine Freundin etwas wundervolles geschenkt: Eine Fototour durch das Leipziger Stadtbad. Wie die ablief und natürlich welche Ergebnisse ich mitgebracht habe, erfährst du hier!

Doch zunächst kurz zur Historie:

Das Leipziger Stadtbad | Geschichte und aktuelle Nutzung

Das Stadtbad befindet sich im Herzen Leipzigs in unmittelbarer Nähe zu Innenstadt und Zoo. Es wurde 1916 eröffnet und diente (mit Unterbrechung durch den zweiten Weltkrieg) knapp 90 Jahre als öffentliche Badeanstalt. Zwei getrennten Schwimmbecken (Frauen und Männer), Räume für Moorpackungen u.a. sowie ein großer Saunabereich konnten bis 2004 genutzt werden. Dann schloss das Bad aufgrund baulicher Mängel. Ein Investor hat sich bisher nicht gefunden, jedoch besteht seit 2006 eine Förderstiftung, die die Sanierung anstrebt. Aktuell kann das Stadtbad für Veranstaltungen (z.B. Silvestergala oder zum Wave-Gotik-Treffen) genutzt werden. Oder man bucht eine Fototour, kann entspannt durch die beeindruckenden Räume ziehen und das eine oder andere Detail entdecken. Ich kam in diesen Genuss.


Update vom 16.8.2017

Die Förderstiftung Leipziger Stadtbad hat mich heute per E-Mail kontaktiert und mich (neben Lob) auf ein paar kleine Fehler im Text hingewiesen. Ich habe bei den Saunen wohl nicht genau aufgepasst und etwas durcheinander gebracht. Den Textabschnitt zu den Saunen habe ich daher soeben leicht angepasst.


Die Fototour durch das Leipziger Stadtbad | Ablauf und Ergebnisse

Wie eingangs erwähnt, war die Tour ein Geburtstagsgeschenk meiner Freundin. Seit März besitze ich eine Systemkamera und habe einfach Spaß daran, Situationen abzubilden. Insofern war das Geschenk perfekt für mich (Danke noch einmal, A. ;)).

Gebucht hat sie die Tour über go4foto.de. Datum ausgewählt, Informationen eingegeben, online bezahlt – fertig.

Vorstellungsrunde und Frauenschwimmhalle

Am 5. August war es dann für mich soweit: Akku geladen, Karte geleert, Stativ, Objektive und Auslöser eingepackt, machte ich mich auf den Weg nach Leipzig. Um 11 Uhr trafen sich alle Teilnehmer vor dem Gebäude und wurden von einem Fotografen empfangen. Normalerweise ist die Tour für fünf Teilnehmer ausgelegt. Da wir zu siebt waren, wurde der Fotograf durch eine Kollegin unterstützt und wir teilten uns in zwei Gruppen auf. Doch bevor wir loszogen, stand eine kleine Vorstellungsrunde in der großen Männerschwimmhalle an, die für Veranstaltungen genutzt werden kann. Nacheinander erzählte also jeder Teilnehmer kurz etwas über sich:

Hallo, ich bin XXX, fotografiere seit zehn Jahren und freue mich auf heute.

Ich mache das jetzt seit drei Jahren…

Ich fotografiere seit knapp fünf Jahren..

So ging es weiter, bis ich mich vorstellen durfte:

Hallo, ich bin Martin, fotografiere seit vier Monaten hobbymäßig und habe seit gestern ein Stativ! 😀

– die Lacher waren auf meiner Seite. Ich war also der absolute Anfänger zwischen sechs mehr oder weniger erfahrenen Fotografen. Meine Stimmung war kurz etwas getrübt, aber dann ging es schon los.  Meine Gruppe (Fotograf, zwei sehr nette Teilnehmer und ich) zog zunächst in die Frauenschwimmhalle. WOW! Krasser Eindruck, ganz schwer zu beschreiben, muss man erlebt haben. Dieses Flair – man kann sich den Trubel, der hier bis vor einigen Jahren geherrscht haben muss, noch gut vorstellen. Und inzwischen eben typisch Lost Place: Die Fliesen sind nicht mehr einheitlich und durch das fehlende Wasser blättert die Farbe von den Wänden. Apropos Farbe – dieses Farbenspiel ist wirklich faszinierend. Ich habe versucht, die Eindrücke einzufangen:

leeres, verlassenes, altes Schwimmbecken
Die Frauenschwimmhalle

leeres, altes, verlassendes Schwimmbecken

leeres, verlassenes, altes Schwimmbecken
Das Becken in der Frauenschwimmhalle

leeres, altes, verlassenes Schwimmbecken

alte Dusche in einem alten Schwimmbad
Eine Dusche in der Frauenschwimmhalle
alte Umkleidekabinen oberhalb eines alten Schwimmbeckens
Der obere Bereich der Frauenschwimmhalle

Auf dem Weg zur Sauna

Meine Stimmung war inzwischen wieder richtig gut. Auch, weil ich durch die anderen Teilnehmer und den Fotografen unterstützt wurde.

Nach knapp 1,5 Stunden verließen wir die Frauenschwimmhalle nach oben und gingen Richtung Saunabereich. Aber auch auf dem Weg zur dorthin gab es so viele Motive, so entstanden bspw. diese Bilder:

Gang mit Fenster am Ende
Umkleidebereich
alte Holztüren
Diese Farben ❤ Umkleidekabinen im Detail
Schild mit Nummer 21
„Merk dir die Nummer“
altes Badezimmer
Moorpackung gefällig?

Saunabereich – 1. oder 2. Klasse?

Im Leipziger Stadtbad konnten sich Besucher früher je nach Lust und finanzieller Situation aussuchen, welchen Saunabereich sie nutzen möchten – die erste oder die zweite Klasse. Die zweite Klasse haben wir auf der Tour nicht besucht, dafür sind wir aber einmal komplett durch die erste Klasse „getigert“. Und diese wirkt regelrecht pompös. Gold, Mosaike, Säulen, Verzierungen – Farbe wohin das Auge blickt. Aber überzeug‘ dich selbst:

Wasserbecken
„Abklingbecken“ in der 1. Klasse

Wasserbecken

Wasserbecken mit Treppe

Leipziger_Stadtbad_Durek (21)
Wasser marsch!
Leipziger_Stadtbad_Durek (27)
Dampfraum der 1. Klasse
bunte Wände
Ruhebereich der 1. Klasse
bunte Decke mit Kronleuchter
Decke im Ruhebereich der 1. Klasse

Wasserbecken

Das Finale

Nach über drei Stunden Fotografie stand dann die Auswertung unserer Bilder an. Am liebsten hätte ich mich gedrückt… 😀 Du erinnerst dich: Ich der absolute Anfänger zwischen teilweise erfahrenen Lost Places-Fotografen. Aber was soll’s – Augen auf und durch! Normalerweise gehen die Teilnehmer wohl gemeinsam in ein Café, wir entschieden uns aber direkt im Stadtbad gemeinsam auf die Fotos zu schauen. Und das Ergebnis war gar nicht mal so übel. Meine Bilder wurden gelobt und ich „soll dringend weitermachen“. Wir haben noch die eine oder andere Thematik besprochen (wobei ich noch einiges lernen konnte), dann pro Teilnehmer eine kleine Serie erstellt und uns pro Person noch vier Fotos ausgesucht, welche wir ausgedruckt zugesendet bekommen sollten. Nach gut zwei Stunden war auch die Auswertung beendet, wir verabschiedeten uns und ich fuhr mit prächtiger Laune wieder nach hause.

Fazit | Yay oder Nay?

Aber sowas von Yay! Viele tolle Eindrücke, nette Führung und echte Lerneffekte – für mich hat sich der Ausflug sehr gelohnt. Die Tour kostet 89€ – dafür bekommt man sechs Stunden lang die Möglichkeit, ein sonst geschlossenes Gebäude in Ruhe zu erkunden. Zudem kann man noch einige Tipps mitnehmen, lernt nette Menschen kennen und bekommt noch vier Fotodrucke (diese sind übrigens nach genau einer Woche bei mir angekommen!). Ich kann die Tour nur jedem empfehlen, egal ob er seit zehn Jahren fotografiert oder seit vier Monaten 😉

Und als kleines i-Tüpfelchen wird eines meiner Bilder nun schon bald in einer fremden Wohnung hängen: Eine Bekannte ist auf ein Foto gestoßen und bat mich um die Datei. Ihr Vater hat jahrelang im Leipziger Stadtbad gearbeitet und sie möchte ihm nun einen Druck schenken. Das unterstütze ich natürlich gerne 🙂

Meine persönlichen Highlight als Galerie:

Diese Diashow benötigt JavaScript.


Informationen zum besuchten Ort findest du auf der Webseite der Förderstiftung Leipziger Stadtbad. Buchen kannst du die Tour bei go4foto.de.


Ich freue mich über deine Kommentare, Bewertungen und Weiterempfehlungen.


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