Facebook will weniger Unternehmensmeldungen im Feed – Warum das auch für Unternehmen genau richtig ist.

Seit gestern geistert die Meldung durchs Netz: Mark Zuckerberg will, dass Nutzern auf Facebook zukünftig wieder vermehrt Inhalte von Freunden angezeigt werden. Warum ich das gut finde und welche Chance das meiner Meinung nach für Unternehmen bietet – lies es hier:

Facebook – das soziale Netzwerk – hat unser aller Leben gewaltig verändert. Rund um die Uhr können wir uns einfach und bequem über Neuigkeiten in der Welt informieren, austauschen und diskutieren. Anfangs zur rein privaten Vernetzung gedacht, wurde es in den letzten Jahren immer mehr von so ziemlich jedem Unternehmen genutzt, um Botschaften „unters Volk“ zu bringen. Mal mehr, mal weniger strategisch.

Unzählige Berater und Agenturen haben es ja immer wieder angepriesen: „Ihr müsst auf Facebook sein! Dort ist eure Zielgruppe!“ Auch ich war der Meinung und bin es immer noch – mit Abstrichen.

Dass sich „die Zielgruppe“ auf Facebook inzwischen geändert hat, muss ich wohl nicht extra erklären.

Diese „Beratung“ führte dann zu einer fatalen Entwicklung für Facebook: Gefühlt gab es nur noch Unternehmensmeldungen und sponsored posts. Ein Grund für mich, mich privat immer mehr aus dem Netzwerk zurückzuziehen und – wenn überhaupt – nur noch ab und an zu checken. Und so wie mir ging und geht es wohl vielen Nutzern.

Nun müssen wir Facebook verstehen: Es ist ein Unternehmen und auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet und die Monetarisierung funktioniert nun einmal über Werbung und die Werbung wird von Unternehmen bezahlt. Ergo müssen Unternehmen sich wohl fühlen. Und wie fühlen sie sich wohl? Indem sie denken, auch ohne Budget Inhalte streuen zu können. Und zusätzlich bekommen sie die Möglichkeit, ihre Reichweite durch den Einsatz von Geld zu erhöhen. Eine tolle Situation für Unternehmen. Wenn dadurch aber die Nutzer, also die, die die Inhalte dann konsumieren sollen, verschwinden oder sich zumindest weniger auf der Plattform aufhalten, bringt das auch nichts.

Der neue Facebook-Feed: Ein Kompromiss für alle

Nun will Facebook seine Algorithmen anpassen und Unternehmensbeiträge zwar weiterhin anzeigen, aber v.a. dann, wenn sich das private Netzwerk (also Facebookfreunde) über die Beiträge unterhalten. Natürlich werden auch weiterhin sponsored posts möglich sein. Meiner Meinung nach, ist dieser Weg ein Kompromiss für beide Seiten – Nutzer und Unternehmen.

Facebook ist ein soziales Netzwerk

Nutzer profitieren, weil (so die Hoffnung) wieder soziale Bindungen im Vordergrund stehen und gefördert werden sollen.  Wenn ich überlege, warum ich das soziale Netzwerk Facebook damals gewählt habe: Ich wollte Informationen und Updates meiner Freunde. Und so geht es mir immer noch. Nur wenige Unternehmensneuigkeiten interessieren mich wirklich.

Und Unternehmen haben immer noch die Möglichkeit, ihre Themen zu platzieren. ABER: Sie müssen sich mehr anstrengen (oder mehr Geld in die Hand nehmen). Und gerade das „mehr anstrengen“ ist meiner Meinung nach eine echte Chance.

Unternehmen: DENKT. AN. EURE. ZIELGRUPPE!

Wenn Unternehmen nun wollen, dass ihre Beiträge eine höhere organische Reichweite auf Facebook haben, was müssen sie dann tun? Sie müssen Beiträge erstellen, über die sich Menschen unterhalten, die zu Interaktionen führen, die spannend genug sind, dass ich sie meinem Netzwerk weitergebe. Sie müssen sich also ein wenig mehr anstrengen. Und das ist verdammt nochmal gut so! Jedes Unternehmen sollte sich die Zeit nehmen, in Ruhe über seinen Content nachzudenken und gute, wertige Inhalte zu erschaffen, die seine Zielgruppe auch lesen/ sehen will. Endlich müssen Unternehmen ihrer Zielgruppe zuhören, wenn sie auf Facebook erfolgreich sein wollen. Die Community bekommt eine wichtigere Rolle und Unternehmen können über ihre Strategie nachdenken – prima! Und noch eine Chance bietet sich für Unternehmen:

Überlegt euch, welches euer führendes Medium sein soll.

Inhalte zu erstellen ist das Eine. Aber wo sollten Unternehmen diese dann spielen? Bisher war für nicht wenige Unternehmen der Weg offenbar eindeutig: Facebook first, den Rest schauen wir mal später. Und das ist meiner Meinung nach falsch: Unternehmen sollten sich ihren eigenen Medien bewusst sein, also denen, die sie selbst besitzen. An erster Stelle in der Onlinewelt: Die eigene Webseite. Meiner Meinung nach bildet diese den wichtigsten Punkt im Online-Marketing und der Online-Kommunikation. Hier sind die Unternehmen selbst Herr im Haus. Deswegen mein Appell: Nicht Facebook first, sondern Website first! Hier seid ihr unabhängig von anderen und habt deutlich mehr Spielraum. Zieht die Nutzer auf eure Seiten – nutzt dafür verschiedene Kanäle und macht ihnen klar: Wenn ihr relevante Inhalte von uns sehen wollt, dann schaut immer wieder auf unserer Webseite vorbei! Spielt hier Videos, Fotos und Texte. Füllt die Seite multimedial, haltet die Seiten aktuell, denkt zuerst an Smartphone-Nutzer.

Kurz für Unternehmen: Seid froh! Durchdenkt eure Inhalte, denkt an die Zielgruppe und geht weg von „das könnte auf Facebook funktionieren“ hin zu „das interessiert meine Zielgruppe – egal wo“.

Also ich freue mich auf die Änderung, wenn sie denn wirklich so kommt wie in diesem Beitrag angenommen.

Was meint ihr? Angekündigte Neuerungen im Facebookfeed: Top oder Flop?

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